Durch massiven Holzeinschlag in der Vergangenheit und Brandrodungen sind weite Flächen des Naturwaldes in Vietnam degradiert. Die Folgen sind Verluste an wirtschaftlichem Wert und biologischer Vielfalt sowie Bodenerosion. Die Bemühungen der vietnamesischen Regierung dem entgegenzuwirken konzentrieren sich bisher hauptsächlich auf Aufforstungen mit schnell wachsenden, meist exotischen Holzarten.
Im Auftrag der deutschen Bundesregierung unterstützt die GTZ Vietnam, die Effizienz und Nachhaltigkeit der Waldbewirtschaftung und der Forstindustrie zu verbessern. Wir beraten unsere Partner bei der Erarbeitung technischer und gesetzlicher Richtlinien und der Verbesserung von Abläufen in der Verwaltung sowie zwischen Verwaltung und Privatwirtschaft. Zudem leisten wir Unterstützung bei der Erarbeitung von Methoden und Verfahren der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und bei der Verbesserung der Produktion von Gütern und Dienstleistungen.
Der Nationalpark Phong Nha-Ke Bang zählt aufgrund seiner außerordentlichen Biodiversität zu den zweihundert wichtigsten Ökoregionen der Welt. Diese Artenvielfalt ist jedoch stark bedroht, vor allem durch Wilderei, illegalen Holzeinschlag und Wanderfeldbau. Eine Ursache hierfür ist die große Armut der ansässigen Bevölkerung in der Region um den Nationalpark. Das deutsch-vietnamesische Kooperationsvorhaben von KfW, DED und GTZ hat sich daher zum Ziel gesetzt, den Nutzungsdruck auf natürliche Ressourcen durch nachhaltige Bewirtschaftung und Schutz natürlicher Ressourcen zu verbessern. Wir unterstützen Planungsprozesse und deren Umsetzung durch Beratungsleistungen, Fortbildungen und örtliche Zuschüsse und fördern somit umwelt- und ressourcenschonende Bewirtschaftungs- und Managementmethoden auf Gemeinde-, Distrikt und Provinzebene. Um zudem das Umweltbewusstsein in der Phong Nha-Ke Bang Region zu steigern, beinhaltet das Projekt auch die Erstellung und Implementierung eines Tourismusmanagementplans.
Viele vietnamesische Städte haben noch keine ausreichende Abwasser- und Abfallentsorgung. Dadurch werden Grundwasser, Seen und Flüsse verschmutzt, es entstehen Gefahren für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen. Die vietnamesische Regierung hat die Verbesserung der Abwasser- und Abfallentsorgung in ihre Entwicklungsplanung aufgenommen und wird dabei von Deutschland unterstützt. Im deutsch-vietnamesischen Programm werden in gegenwärtig acht Provinzstädten die Kanalnetze und Kläranlagen erweitert und ausgebaut und vereinzelt auch moderne Mülldeponien eingerichtet. Wir beraten die Abwassergesellschaften dabei, die Anlagen effizient und bürgernah zu betreiben. Außerdem wird das landesweit zuständige Bauministerium dabei unterstützt, die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die kommunale Abwasser- und Abfallentsorgung in Vietnam modern zu gestalten.
Vietnams Integration in den Weltmarkt erfordert eine Verbesserung der marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das beinhaltet insbesondere die Schaffung eines marktwirtschaftlich ausgerichteten rechtlichen Umfeldes, die Neudefinition staatlicher Aufgaben und die Stärkung verschiedener zentralstaatlicher Institutionen. Deutschland unterstützt die vietnamesische Regierung bei der Anpassung des regulativen Rahmens, der Schaffung der organisatorischen Voraussetzungen durch die Reform von Strukturen, Prozessen und Instrumenten sowie bei der Durchführung von Trainings für verantwortliche Mitarbeitende in den Partnerinstitutionen. Mit dem Ziel, Vietnam im Transformations- und Reformprozess zu fördern, konzentrieren wir uns auf die Komponenten Wirtschafts- und Sozialpolitik, öffentliches Finanzwesen und Finanzsystementwicklung.
Die fortschreitende Urbanisierung, ein sich wandelnder Lebensstil und eine sich verändernde Altersstruktur der vietnamesischen Bevölkerung haben zu einer Verschiebung der vorherrschenden Krankheitsbilder geführt. Ein Wandel hin zu chronischen Krankheiten und Unfällen erfordert eine aufwändigere Diagnostik und geht mit steigenden Behandlungskosten einher. Dies erfordert gerade von den Krankenhäusern eine Anpassung der Diagnose- und Behandlungstätigkeit insbesondere auf Provinzebene, da Provinzkrankenhäuser im vietnamesischen Gesundheitssystem eine wichtige Unterstützungs- und Supervisionsfunktion für nachgeordnete Ebenen besitzen.
Ein Projekt von KfW Entwicklungsbank, GTZ, DED und InWEnt zielt darauf ab, in fünf Provinzen den Zugang von armen und benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu Gesundheitsdienstleistungen auf dezentraler Ebene zu verbessern sowie das Gesundheitssystem auf Provinzebene zu stärken.
In diesem Gemeinschaftsprojekt finanziert die KfW Beschaffungen medizinischer Ausstattung für Diagnostik-, Therapie- und Fachabteilungen. Zudem werden die Krankenhäuser in Fragen der Beschaffung, Ausschreibung und Verteilung sowie in den Bereichen Instandhaltung und Abfallmanagement beraten. Die GTZ unterstützt die Stärkung von Institutionen und Kompetenzen im Bereich Gesundheitsplanung und -management und leistet einen Beitrag zu Verbesserungen der Qualität kurativer und präventiver Gesundheitsdienstleistungen auf Provinzebene. Darüberhinaus stellt der DED einen Langzeitexperten zur Verfügung, der auf die Nachfrage des vietnamesischen Programmpartners zugeschnittene Schulungen durchführt. InWEnt unterstützt diese Schulungskomponente durch Trainings für das Krankenhausmanagement sowie für Gesundheitsverwaltungen auf Distriktebene.
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