Vietnam verfügt über vielfältige Naturressourcen und engagiert sich, um diese zu erhalten. Gleichwohl verursachen Wirtschaftswachstum und Urbanisierung viele Umweltprobleme, die es auszugleichen gilt. So entstehen neue Herausforderungen für das Land und seine Bevölkerung, insbesondere mit Blick auf Umweltschäden und Auswirkungen des Klimawandels.
Deutschland und Vietnam konzentrieren die Zusammenarbeit im Umweltsektor auf drei Bereiche:
Ein Ziel der Zusammenarbeit ist es, natürliche Ressourcen zu rehabilitieren und nachhaltig zu bewirtschaften – durch Forstmanagement, Erhaltung von Biodiversität und die Einrichtung von innovativen Finanzierungssystemen zur Erhaltung von Ökosystemen. Die Bedeutung von Wäldern als CO2 -Speicher zur Abschwächung und Anpassung an Auswirkungen des Klimawandels spiegelt sich in vielen Projekten der Zusammenarbeit im sogenannten Grünen Sektor wider.
Außerdem konzentriert sich die Zusammenarbeit beider Länder auf den Bereich Stadtentwicklung. Aktivitäten beinhalten den sogenannten Braunen Sektor (Abfall- und Abwasserentsorgung).
Mit Blick auf den Klimawandel zielen deutsche Aktivitäten in Vietnam darauf ab, Treibhausgase zu reduzieren und so die globale Erwärmung einzudämmen (Mitigation) sowie die Flexibilität der vietnamesischen Wirtschaft, der Bevölkerung und der Ökosysteme gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu stärken (Adaption). Dies geschieht zum Beispiel durch die Unterstützung von Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz.
Projektbeispiele: Umweltpolitik, natürliche Ressourcen und Stadtentwicklung
Vietnam hat den Status eines Mitteleinkommenslandes erreicht, und die Wirtschaft des Landes wächst weiter. Um langfristiges Wirtschaftswachstum und eine nachhaltige sozio-ökonomische Entwicklung in Einklang zu bringen, strebt Vietnam an, die wirtschaftliche Steuerungsfähigkeit und den regulativen Rahmen mit Blick auf Entwicklungsplanung, öffentliche Finanzierung und Finanzsystementwicklung zu verbessern. Seit 1993 arbeiten Deutschland und Vietnam in diesem Bereich erfolgreich zusammen. Ein Makroökonomisches Reformprogramm zielt darauf ab, die notwendigen regulativen Reformen voran zu treiben und ausgewählte Institutionen bei der Wahrnehmung von Kernfunktionen der marktorientierten und sozialen Politikformulierung und -regulierung zu unterstützen. Das Programm bindet auch die Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels ein – Deutschland berät Vietnam bei der Einführung einer Umweltsteuer.
Jedes Jahr strömen 1,5 Millionen junge Leute auf den vietnamesischen Arbeitsmarkt. Um sozialverträgliches Wirtschaftswachstum zu ermöglichen und zu erhalten, ist nicht nur ein günstiges institutionelles Umfeld wichtig - gleichzeitig müssen Berufsbildungsangebote ausgebaut und diese stärker auf den Bedarf des Arbeitsmarktes ausgerichtet werden. Qualifizierte Arbeiter werden gebraucht, damit Firmen internationale Qualitätsstandards erreichen und Produktivität und Effizienz steigern können. Derzeit hat nur ein kleiner Teil der Bevölkerung überhaupt eine Berufsausbildung erhalten. Vietnam hat den dringenden Handlungsbedarf erkannt.
Deutschland ist im Bereich berufliche Bildung ein respektierter und gesuchter Partner für Vietnam. Beide Länder arbeiten eng zusammen um das existierende Berufsbildungssystem zu reformieren und ausgewählte Berufsbildungsinstitutionen zu modernisieren. Diese Einrichtungen sollen zukünftig landesweit anderen Berufsbildungsinstitutionen als Modell dienen, vor allem mit Blick auf arbeitsmarktnahe Ausbildungsangebote, modulare Lehrpläne und Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen.
Projektbeispiele: Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Berufsbildung
In den letzten fünfzehn Jahren hat sich das allgemeine Niveau der Gesundheitsversorgung in Vietnam erheblich verbessert. Doch wachsende Verstädterung, ein Wandel der Lebenstile und demografische Veränderungen in der vietnamesischen Bevölkerung haben zu neuen Herausforderungen geführt. Weiterhin profitieren benachteiligte Bevölkerungsgruppen und Mitglieder von ethischen Minoritäten in entfernten Regionen relativ wenig von dieser positiven Entwicklung in Vietnams Gesundheitssektor.
Seit 1993 haben Deutschland und Vietnam erfolgreich in den Bereichen Malariavorsorge, Eingliederung und Ausbildung von Menschen mit Behinderungen, Reproduktive Gesundheit und Familienplanung, Bekämpfung von HIV/Aids und Krankenhausausstattung zusammengearbeitet. In diesen Bereichen sind bereits erhebliche Verbesserungen erzielt. Daher konzentriert sich die aktuelle und zukünftige Zusammenarbeit darauf, die Gesundheitssysteme in den Provinzen zu stärken und die dort gewonnen Erfahrungen für die nationale Politik nutzbar zu machen.
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